Restschuldversicherung

Bei Abschluss eines Kreditvertrages verlangen die Banken oft zusätzlich den Abschluss einer Restschuldversicherung. Diese besondere Art der Risikoversicherung dient vor allem dazu, mögliche Risiken während der Laufzeit des Kredites wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod des Kreditnehmers finanziell aufzufangen. Kann der Kreditnehmer durch Krankheit oder unverschuldete Arbeitslosigkeit seine Raten zeitweise nicht tilgen, springt in der Theorie die Restschuldversicherung ein. Der Abschluss einer Restschuldversicherung ist Kreditnehmern immer dann zu empfehlen, wenn keine Ersparnisse vorhanden sind, um die genannten Risiken ohne Versicherung abzudecken.

Im Verhältnis zu ihren möglichen Leistungen ist die Restschuldversicherung relativ günstig, obwohl sie den Kredit natürlich grundsätzlich verteuert. Die Kosten der Restschuldversicherung werden auf die monatlich zu zahlenden Raten umgelegt.

Sonderzahlung

Als Sonderzahlung wird bei Ratenkrediten die außerplanmäßige Zahlung bezeichnet, mit der ein Kredit schneller getilgt werden kann. Bei Ratenkrediten zu Konsumzwecken ist eine kostenlose Sonderzahlung in der Regel nicht vorgesehen. Nur wenige Banken bieten ihren Kunden diese Möglichkeit explizit an.

Die Sonderzahlung hat für Kreditnehmer den Vorteil, dass er bestimmen kann, wie schnell er seinen Kredit tilgt. Nach möglichen Gehaltserhöhungen, Verkäufen, Erbschaften oder anderen außergewöhnlichen Einnahmen wollen viele Verbraucher ihre Kreditbelastung durch eine Sonderzahlung verringern oder den Kredit vorzeitig tilgen. Bei lange laufenden Darlehen, wie Baufinanzierungen oder Immobilienkrediten ist bereits vor Abschluss des Vertrages darauf zu achten, dass die Möglichkeit einer kostenlosen Sonderzahlung vertraglich vereinbart wird.

Bearbeitungsgebühr

Noch immer erheben einige Banken bei der Vergabe von Krediten eine Bearbeitungsgebühr, die bis zu drei Prozent der Kreditsumme betragen kann. Laut aktueller Rechtsprechung ist das bei Konsumentenkrediten nicht zulässig, weil die Bonitätsprüfung in erster Linie im Interesse der Banken liegt. Die damit verbundenen Kosten können nicht einfach auf die Kreditnehmer abgewälzt werden. Kreditsuchenden ist zu empfehlen, sich vor Vertragsabschluss zu informieren und ihren Kredit nur bei einer Bank zu beantragen, die keine Bearbeitungsgebühr verlangt.

Ballonfinanzierung

Die Ballonfinanzierung ist eine Finanzierungsvariante, die bei Fahrzeugfinanzierungen beliebt ist. Sie ist durch relativ geringe monatliche Raten und eine Schlussrate (Ballon) gekennzeichnet, die erst Ende der Laufzeit des Kredites fällig wird. Bei der Ballonfinanzierung sind Merkmale des Leasings und der Finanzierung miteinander vermischt.
Einen Teil des Kaufpreises tilgt der Kreditnehmer in monatlichen Raten und ein anderer Teil bleibt bis zum Schluss als Ballonrate stehen. Kann die Ballonrate nicht in einem Betrag beglichen werden, haben Kreditnehmer die Möglichkeit, auch diese Rate erneut zu finanzieren, oder das Fahrzeug an den Händler zurückzugeben.

Mit der Ballonfinanzierung ist es möglich, dass Verbraucher sich höherpreisige Fahrzeuge leisten, weil die monatliche Rate klein gehalten werden kann. Die geringe Tilgung zieht jedoch höhere Kreditkosten nach sich. Für die Autobanken und Fahrzeughersteller ist die Ballonfinanzierung attraktiv. Für einen Verbraucher, der sich höhere Raten leisten kann, ist die Ballonfinanzierung nicht empfehlenswert. Wer sein Fahrzeug nach einer bestimmten Laufzeit wieder an den Händler geben will, kann gleich einen Leasingvertrag abschließen.

Dispokredit

Den Dispokredit gewähren Banken ihren Kunden im Zusammenhang mit der Führung des Girokontos. Er dient der Unterstützung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, weil er Überziehungen des Kontos in einem festgelegten Rahmen gestattet. Normalerweise wird der Dispokredit den Kunden automatisch in Höhe von zwei bis drei Nettogehältern eingeräumt. Der Dispokredit kostet keine Bereitstellungsgebühren. Kosten für Zinsen fallen nur dann an, wenn der Dispokredit in Anspruch genommen wird.

Bei Inanspruchnahme berechnen viele Banken unverhältnismäßig hohe Zinsen. Dieser Fakt steht seit Jahren in der Kritik der Verbraucherschützer. Verbraucher, die regelmäßig ihren Dispokredit in Anspruch nehmen, sollten bei zu hohen Zinskosten die Bank wechseln. Alternativ kann der Abrufkredit empfohlen werden, der nicht an die Führung eines Girokontos gekoppelt ist.

Effektiver Jahreszins

Der effektive Jahreszins gibt die genauen Kosten eines Kredites prozentual an. Während über den Sollzins lediglich der aktuelle Zins angegeben wird, mit dem der Kredit verzinst wird, enthält der effektive Jahreszins darüber hinaus alle zusätzlich im Zusammenhang mit dem Kredit stehenden Kosten wie zum Beispiel Bereitstellungs- und Bearbeitungsgebühren.

Über den effektiven Jahreszins werden Kredite verschiedener Anbieter hinsichtlich der damit verbundenen Kosten vergleichbar.

Schufa

Die Schufa – Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – übermittelt ihren Geschäftspartnern, zu denen auch Banken und Kreditinstitute gehören, auf berechtigte Anfrage eine sogenannte Schufa-Auskunft von Kredit suchenden Kunden. Jeder Verbraucher, der bei deutschen Banken Kredit beantragt, muss damit einverstanden sein, dass die Bank im Rahmen der Prüfung der Kreditwürdigkeit über selbige die Schufa-Auskunft einholt. Verbraucher haben das Recht, einmal jährlich kostenlos bei der Schufa ihre Eigenauskunft anzufordern.

Bonität

Unter Bonität ist die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens zu verstehen. Die Banken und Kreditinstitute prüfen, bevor sie Kredite vergeben, die Bonität der Kunden, um sich vor Kreditausfällen weitgehend zu schützen.

Die Bonität einer Person macht sich im Prinzip an zwei Kriterien fest. Einerseits spielt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bei der Bonitätsbewertung eine wichtige Rolle und andererseits die persönliche Zuverlässigkeit. In Deutschland bekommen die Banken und andere Kreditgeber über die Schufa und über Wirtschaftsdetekteien, wie Creditreform über die Bonität von Privatpersonen und Firmen Aufschluss. Je besser die Bonität eines Kreditantragstellers bewertet wird, desto geringer sind dann auch die Kreditkosten. Bei negativer Bonität gibt es keinen Kredit.

Bonitätsabhängige und -unabhängige Zinsen

Bonitätsabhängige Zinsen bezeichnen den Zins, den Banken in Abhängigkeit von der persönlichen Bonität des Kunden festlegen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Banken in der Werbung den niedrigstmöglichen Zinssatz angeben. Die tatsächlichen Zinsen werden erst dann festgelegt, wenn der Kunde den Kredit beantragt hat und seine Bonität geprüft werden konnte. Für Verbraucher mit bester Bonität, zum Beispiel Beamte, sind bonitätsabhängige Zinsen von Vorteil. Verbraucher mit durchschnittlicher oder eher schwacher Bonität müssen oft deutlich höhere Zinsen bezahlen, als beworben wurden. Verbraucherschützer kritisieren bonitätsabhängige Zinsen als intransparent, verbraucherunfreundlich und Lockvogelangebote. Dem entgegen steht aber, dass bei bonitätsabhängigen Zinsen ein Kreditnehmer nur sein eigenes Kreditausfallrisiko trägt und nicht das der Gemeinschaft aller Kreditnehmer.

Bonitätsunabhängige Zinsen sind feste Zinsen, die im Grunde nichts mit der persönlichen Bonität einer Person zu tun haben. Bonitätsunabhängige Zinsen sind ein Spiegelbild des Finanzmarktes. Sie gelten bei entsprechender Kreditwürdigkeit für alle Kreditnehmer unisono.

Welche der beiden Varianten im Einzelfall zu favorisieren ist, hängt wiederum von der persönlichen Situation des Kreditsuchenden ab. Für Verbraucher mit durchschnittlicher Bonität sind bonitätsunabhängige Zinsen in der Regel kostengünstiger.